Ist Hörfunk-PR das Budget wert? Was kostet das? Welche Fallstricke gibt es?

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“Öffentlichkeitsarbeiter/innen” machen gerne ein Geheimnis aus den Honoraren für ihre PR-Leistungen. Es ist für Kunden kaum möglich auf Agentur-Websites auch nur einen ersten Eindruck davon zu gewinnen, welche Kostenstruktur ihn erwartet. Dies wird von Seiten der Agenturen oft damit begründet, dass man für jeden Kunden eine unglaublich individuelle PR-Strategie ausarbeiten muß, erst dann könne man Honorare nennen. Dass es je nach spezifischen Anforderungen und Kommunikationszielen Abweichungen von Standardhonoraren geben kann und muß versteht sich von selbst, jeder Autokäufer weiß, dass es kaum beim Basispreis bleiben wird. Aber zumindest öffentlich zugängliche Anhaltspunkte? Fast immer Fehlanzeige.

In diesem Sinne: was kostet Hörfunk-PR, wie digital muß Hörfunk-PR heute sein und was bekommen Sie dafür und warum kann “billige” Hörfunk-PR richtig teuer werden?

  • Rechnen Sie mit der Umsetzung Ihres Themas für mindestens 1 Million nachgewiesene Hörer-Kontakte mit Kosten von rund 2.000EUR netto.
  • Enthalten sein müssen: eine ausführliche Beratung zu Ihrem Kommunikationsziel, die gemeinsame Erarbeitung eines Storyboards und schließlich zwei Korrekturschleifen für das fertige Manuskript. Ein sendefertiger Beitrag und umfangreiches Interviewmaterial, natürlich mit Transkription und Moderationsvorschlägen. Die komplette Produktion des Beitrages mit Interviews, Producer, Technik und die Distribution (Verteiler vorlegen lassen).
  • Enthalten sein muss auch: eine direkte Verlinkung des Beitrages mit Ihren digitalen Kanälen und Pressemitteilungen und natürlich die technische Bereitstellung des Audio-Inhaltes. Ihr Beitrag soll ja nicht “nur” in Radioprogrammen laufen. Bei der Berliner Agentur allmediachannels ist auch eine zielgerichtete Präsentation des Audio-Inhaltes auf Facebook einschließlich des Facebook-Werbepreises mit dem Basishonorar abgedeckt
  • Wichtig: in dem Honorar muß enthalten sein, dass die Agentur mit persönlichen Mails (also nicht per Massen-Mail, Kopien schicken lassen!) und , noch wichtiger, per Telefon Ihr Thema bei passenden Sendern und Redakteuren vorstellt. Lassen Sie sich die Reichweite seriös dokumentieren: nur schriftliche und namentliche Bestätigungen von Redakteuren und Moderatoren über die erfolgte Ausstrahlung akzeptieren. Ein Download-Protokoll für einen Beitrag heisst keinesfalls, dass dieser auch ausgestrahlt wurde. Machen Sie selbst Stichproben, fragen Sie bei den Sendern nach! Sie müssen mindestens drei Mitschnitte von Ausstrahlungen ohne Mehrpreis erhalten.
  • Teuer wird es für Sie, wenn Ihre Agentur heimlich Geld an Sender zahlt, um die Reichweite zu erhöhen: das ist ein eklatanter Verstoss gegen alle Landesmediengesetze und schädigt den Ruf Ihrer Marke!

Mit einem Tausender-Kontaktpreis von 2,00EUR liegt man bei der Consumer PR mit Hörfunk-Kommunikation fast immer goldrichtig. Für ein überschaubares Honorar bekommt man einen Audio-Fullservice. Dann läuft Hörfunk-PR!

Und es läuft und läuft: Hörfunk-PR gewinnt immer mehr an Reichweite

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Das erste Unternehmen, dass Hörfunk-PR regelmäßig und über einen langen Zeitraum (12 Jahre lang) im Rahmen der Unternehmenskommunikation einsetzte, war der Hamburger Verlag Gruner&Jahr. Am 30.9.1994 bot der STERN erstmals allen Radiostationen in Deutschland eine vertonte Fassung der jeweils wichtigsten Themen in der Zeitschrift an. Umgesetzt wurden die STERN-Beiträge von der Hamburger Agentur Audio+Online Produktion -AOP – (Gründer: Wolfgang Zehrt). Kurz zuvor war in Stuttgart die Agentur Schlenker PR (Gründerin: Petra Schlenker) entstanden, die vor allem große Automobilkonzerne in der Hörfunk-Kommunikation unterstützte. 1995 wurde der STERN Audio-Service fester Bestandteil der Verlagskommunikation, später wurden von AOP auch die Titel “Gala” und “Financial Times Deutschland” umgesetzt.

Einen ersten Höhepunkt erlebte dieses neue Kommunikationsmittel Ende der 90er/Beginn der 2000er Jahre, als Unternehmen wie Gruner&Jahr, Heinrich Bauer Verlag, Burda-Verlag, Axel Springer Verlag, AOL, Microsoft, Bertelsmann, RTL und viele Anbieter von Markenprodukten regelmäßig den Radiosendern honorarfrei Hörfunk-Inhalte anboten. Mit dem Ende der New Economy und dem Wegfall vieler Kunden aus dem Digitalbereich ließ bis etwa 2009/2010 das Interesse an intensiver Hörfunk-PR für kurze Zeit nach. Seit 2010 erlebt Hörfunk-PR eine Renaissance, die durch die sinkende Reichweite bei den Zeitungen und Zeitschriften sowie der zunehmenden mobilen Nutzung von Audio-Inhalten begründet ist und die sich immer mehr verstärkt. Immer mehr Menschen, vor allem jüngere Zielgruppen, schalten immer öfter das Radio ein: in der Küche, unterwegs per Smartphone oder im internet-vernetzten Autoradio.

Zwanzig Jahre nach dem Start der Hörfunk-PR gehören heute die ersten der professionellen Anbieter nach wie vor zu den Ersten der Fachagenturen: Schlenker PR in Stuttgart wird weiterhin von der Gründerin Petra Schlenker selbst geführt, aus “Audio+Online Produktion” wurde zunächst die Hörfunk-PR-Unit von directnews, dann als ddpdirect ein Teil des PR-Bereiches der Nachrichtenagentur dapd. Heute ist AOP, im Wesentlichen getragen von den Alt-Gesellschaftern, unter dem Namen allmediachannels erfolgreich.