Category Archives: Sonstiges

Welches PR-Medium verstärkt am preiswertesten Internet-Suchanfragen?

begeisterter radiohörer

Ganz klar: wer zum Beispiel das undankbare Suchwort “USA Mietwagen” für seinen Reiseshop besetzten muß, braucht günstige Wege, um möglichst vielen Urlaubern die Suchabfrage “USA Mietwagen von XYZ-Reisen” nahezubringen.  Über welches Medium lässt sich nun eine unternehmensbezogene Google-Anfrage am kostengünstigsten auslösen?

Dazu gab es eine objektive Analyse auf einem sicher nicht ganz objektivem Kongress, dem Radio Advertising Summit in diesem Monat. Die Forschungsexperten von brandscience (gehört zur omnicom mediagroup) gehören allerdings zu den Besten, wenn es um Medien- und Werbewirkung geht.

Die Google-Suchanfragen (nach Marke) wurden von brandscience für insgesamt 14 Marken aus drei Branchen analysiert, das Ergebnis war eindeutig: In allen Fällen waren die Kosten, die Suchen um einen Prozentpunkt zu steigern, für das Medium Radio am günstigsten. Um dasselbe Ergebnis über Tageszeitungen und TV zu erreichen, liegen die nötigen Werbeausgaben mindestens doppelt so hoch.

Auch der Social Media -Traffic lässt sich relativ kostengünstig verstärken: dazu wurden zwei sehr ähnliche Kampagnen eines Telko-Dienstleisters verglichen, einmal mit und einmal ohne begleitende Radio-Kommunikation. In der Woche, in der begleitend (mit einem mittleren Etat) auch im Radio über das neue Produkt gesprochen wurde, wuchs die Social Media – Kommunikation um 13%.

“Deswegen integrieren wir fast immer den Facebook-Kanal oder die Blogadresse des Kunden in unsere Hörfunk-PR“, bestätigen die Radio-PR-Experten von allmediachannels in Berlin, “Radio ist schließlich längst selbst ein digitaler, social medialiker Channel”.

Das Fazit der omnicom-Medienexperten auf dem Radio Advertising Summit:

  • Radio generiert im Mediamix einen hohen ROI – das ist bekannt
  • Radio kann den Markenbuzz (bzw. den Word of Mouth) anstoßen und trägt dazu bei, dass über die Marke gesprochen wird
  • Bringt man alle einzelnen Elemente zusammen, so zeigt sich, dass Radio einen wesentlichen Beitrag im digitalen Sales-Funnel leisten kann und dadurch sowohl direkt als auch indirekt zum Erfolg einer Marke beiträgt
  • Radio leistet nicht nur in der „Offline-Welt“ einen Beitrag zum Abverkauf, sondern setzt auch in der „Online-Welt“ wichtige Impulse für den Erfolg einer Marke
  • Radio stößt die Websuchen an – und ist dabei im Mediamix sehr effizient

 

 

Warum ist es für Digitalexperten megacool Journalismus für überflüssig zu erklären?

aussterbender Journalist

Das an dem Weltzustand generell Zweifelnde “den Journalismus” in eine Reihe mit Cholera und anderen Plagen stellen – geschenkt. Aber auch unter “Digitaljournalisten” ist es trendy und ganz weit vorne, den alten Schrott-Journalismus spätestens jetzt im Zusammenhang mit der Inhalts-Großoffensive von Facebook (Instant Articels) für noch töter als tot zu erklären. “Weg von Bereichen, deren Aufwand hoch und Ertrag gering ist, hin zu Bereichen, in denen die Reichweite klar gegeben ist. Wir kommen einfach keinen Meter voran, wenn wir romantisch den alten Zeiten hinterhertrauern“, schreibt Martin Giesler (sorry, bei wordpress klemmt heute die “Link einfügen”-Funktion: http://www.turi2.de ). Offenbar gibt es Nicht-Medienfachleute, die dem “Journalismus” eine gesellschaftliche Funktion zumessen und Kommunikationsexperten, die dieses ganze romantische Geschreibsel und Gesende für maximal so wertvoll halten wie den Kleinanzeigenmarkt bei ebay. Oder für weniger wertvoll.

Wir sollen hinkommen zu Bereichen, “in denen die Reichweite klar gegeben ist“? KLar! Go for it! Welche Themen fallen einem spontan ein, bei denen die Reichweite ganz sicher “nicht gegeben ist”? Kindersoldaten im Südsudan? Weg damit! Flüchtlinge die im Mittelmeer absaufen? Zu oft gehört, keine Clicks mehr! Video aus einem türkischen Flüchtlingslager? Wer will das denn sehen? Der 20te Finanz-Streit mit dem charmanten griechischen Staatschef? Bloß keine Politik, bringt nie Reichweite!

Journalisten können (endlich) nicht mehr am Interesse der Menschen vorbei arbeiten” – große Erleichterung bei Martin Giesler, Dank Facebook kann in Zukunft ein Reichweitentracking jede Redaktionskonferenz überflüssig machen. Themen, die nicht “laufen”, sind keine Themen. Woowww! Was mich ungemein beruhigt: es gibt ziemlich viele Nicht-Journalisten, die das entschieden anders sehen. Die im Querdenken von Medienprofis keine Bevormundung sehen, die das “Ausgraben” zunächst harmlos erscheinender Geschichten als eine handwerkliche Leistung betrachten und die es schätzen auf Themen aufmerksam zu werden, die durch jedes Reichweitenraster fallen.

Natürlich müssen Medien “Instant Articels” bei facebook ausprobieren, keine Frage. Warum man in deutscher Gründlichkeit aber das eine verteufeln muß um das Neue zu testen bleibt mir schleierhaft.