Wenn Youtube-Stars in den Hörfunk kommen – neues Energy-Format im “Social Radio”

cooler typ im studio

Ist ein Radio-Sendung, die auf Youtube gezeigt wird, Hörfunk oder TV? Werden die Hörfunker zu TV-Moderatoren oder umgekehrt? Und vor allem: geht das und macht das Sinn? Einens steht fest:

Die Idee war überfällig, nur mochte niemand den ersten Schritt gehen. Radio hören, so konnte man vermuten, schliesst den parallelen Youtube-Konsum aus und umgekehrt. Radio Energy traut sich jetzt doch und holt youtube-Stars ins Hörfunk-Studio, man geht zusammen auf Sendung und gleichzeitig wird das Ganze bei Youtube gestreamt. Cooler Versuch, mal nicht nur über “Medienkonvergenz” zu reden, sondern einfach zu machen. “Klasse Idee!”, meinen auch die Radio-Social-Media-Experten von allmediachannels in Berlin, denen genau diese Frage von Hörfunk-PR-Kunden immer öfter gestellt wird: wie kann man Audio-Inhalte auf den digitalen Kanälen verbreiten und umgekehrt?

Eine weitere Antwort auf diese Frage gibts ab kommenden Sonntag: immer von 20:00 bis 21:00, moderiert Jonas Mann die Internet-Social-Media-Digital-Radioshow. Mann hat RTL2-Erfahrung, wird also auch mit der Begleitkamera gut zurecht kommen.

Neue Radio-Reichweitenzahlen zählen Social Web-Nutzer mit

alter radiowagen

“Was macht Ihr denn mit unserer Audioproduktion in den digitalen Kanälen?” ist mittlerweile eine Standardfrage an die Berliner Agentur für Hörfunk-PR, allmediachannels. Diese Frage ist typisch und fasst den gravierenden Wandel im Hörfunk gut zusammen. Nur Hörfunk war gestern, für PR-Kunden müssen Audio-Maßnahmen inzwischen perfekt in die sozialen und digitalen Kanäle verlängert werden. Dies gilt für alle, die das Radio als Kommunikationsplattform nutzen und nutzen wollen, auch für die Werbekunden. Deswegen denkt auch die “Arbeitsgemeinschaft Media Analyse”, die wichtigste Organisation, wenn es um die Ermittlung von Reichweiten in den elektronischen Medien geht, komplett um. Ab Herbst sollen den Kunden aus Werbung und den PR-Partnern Radio-Reichweitenzahlen geliefert werden, die wirklich alle Hörer und “Listener” eines Senders erfassen. Ob das Radio Inhalte über Facebook und Youtube schickt oder über Web-Channels und Radio-Distributionsplattformen, ob über UKW, Digital oder Web gehört wird, ist ab dann zweitrangig. Was zählt sind die erreichten Kontakte eines Programmangebotes, der Übermittlungsweg wird unwichtig(er).

In der nächsten Woche wird die Arbeitsgemeinschaft Media Analyse die Ergebnisse der großen Hörfunk-Analyse verbreiten, die unterstreichen, dass diese Veränderung bei den Reichweiten-Erhebungen nötig ist. Denn ein Fazit aus den Antworten der rund 70.000 Befragten gab es bereits vorab: das Medium steht wirklich und endgültig an einem Wendepunkt. “Radio wird verstärkt über Internet genutzt“, diese an sich nicht so neue Erkenntnis wird zu dem zentralen Thema unter den Radioexperten, denn damit ändert sich bei den Radiostationen vielleicht nicht alles, aber vieles. “Der Countdown für die Ausweisung konvergenter Radioreichweiten läuft”, bestätigt Dieter K. Müller, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft: “Ab Herbst dieses Jahres werden Unternehmen ihre Werbeinvestitionen in Radio übergreifend bewerten können: sowohl die Leistungsbeiträge der klassischen Radioangebote wie auch von Online-Audio Angeboten innerhalb einer konvergenten Planung.”

Für diese sogenannten Konvergenzreichweiten wird die bisherige “klassische” Medienanalyse Radio mit den Ergebnissen der Webradios – der MA IP Audio verknüpft. “Mit der neuen Konvergenzwährung können die Radiosender in Deutschland dem Markt künftig erstmals valide Gesamtreichweiten über alle Empfangswege zur Planung zur Verfügung stellen”, so die Hörfunk-Experten der Arbeitsgemeinschaft Media Analyse. Der Hörfunk erreicht die nächste Entwicklungsstufe.